Pfeifen - grundlegende Formen

Jeder Pfeifenliebhaber sollte gewisse Kenntnisse über grundlegende Pfeifenformen haben. Form der Pfeife beeinflusst nämlich deutlich die Rauchereigenschaften jeder einzelnen Pfeife. Große Mehrheit der Pfeifenraucher wählt ihre Pfeife nach Gefühl, andererseits ist mit Sicherheit gut zu wissen, was von jeder Form der Pfeife erwartet werden kann.

Es gibt unzählige Formen und faktisch wird es von keiner Pfeife (auch nicht von der maschinell produzierten) eine genaue Kopie geben. Nichtsdestotrotz ergeben sich alle Formen von der grundlegenden Differenzierung. Pfeifen sind entweder gerade – „straight“ oder gebogen – „bent“. Diese werden weiter auf „half bent“ oder „semi-straight" geteilt, wenn wir über leicht geschwungene Pfeifen sprechen. Gegenwärtige Formen der heute üblichen Pfeifen entstanden ursprünglich aus alten Pfeifenformen, die in Saint–Claude in Frankreich oder in England hergestellt wurden. Heutige klassische Formen können zum Jahr 1856 datiert werden, als bei der Herstellung der Pfeifen insbesondere das Briarholz seine Verwendung fand. Bei der damaligen Produktion der Pfeifen hat der erfahrene Pfeifenmacher gewisse Pfeifenformen sehr häufig wiederholt. Später, nachdem Kopiermaschinen (sogenannte Pantografen] erfunden wurden, haben sich die Formen stabilisiert und Briarpfeifen wurden für viele Pfeifenraucher zum erschwinglichen Artikel.

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Die meisten Fachleute einigen sich auf 20 klassischen Formen, von denen 16 sogenannte Grundformen sind. Es sind Billiard und Variante Panel BilliardDublinPotStand-up-pokerLovatLiverpoolApple und Variante Panel Applebentprinc und Variante Panel princeCadBulldog, und Variante Panel Bulldogarmybent Rhodesianbent albertbent army und Churchwarden (Lesepfeife). Wohl die beliebtesten Grundformen sind Typ Billiard und bent. Namensgebung der Formen hängt oft mit dem Aussehen der Pfeifen zusammen. Z. B. die gerade Form Billiard, geschwungene Form bent, runde Form, die an Apfel erinnert ist Appel. Stabilität der Formen wurde von den eigentlichen Pfeifenherstellern (insbesondere in England und Irland) beeinflusst. Für alle seien hier die weltbekannten Firmen Dunhill oder Peterson genannt.

Beschreibung einiger Formen würde eine lange Debatte hervorrufen, weil es von den Formen ganze Reihe gibt. Zusätzlich ändern sich einige Bezeichnungen nach dem Ursprungsland oder nach der historischen Tradition des konkreten Herstellers. So differenzierte Alfred Dunhill 10 grundlegende Formen:: bent, Lovat, Bulldog, Churchwarden, Dublin, Pot, Billiard, Stand-up-poker, Apple und Prince.

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Billiard“ ist konkurrenzlos die weltweit beliebteste Form, weil sie angenehme Proportionen hat, die ausbalanciert sind. Das Verhältnis zwischen Holz und Mundstück ist jedoch etwas größer. Es handelt sich um eine gerade Pfeife, die in verschiedensten Größen hergestellt wird. Variante „Panel Billiard“ hat gefräste Flächen auf dem Pfeifenkopf in ovaler Form rundum.

Weitere gerade Form ist „Dublin“. Der Kopf ist bei dieser Form leicht abgeschrägt, sodass sich die Pfeife oben leicht verbreitet und unten am Hals verjüngt. Diese Form ist meistens länger und subtiler als „Billiard“, doch auch hier gibt es ganze Reihe von Variationen.

Pot“ hat eine massivere Form des Kopfes mit größerer Wandstärke. Pfeifen in der Form Pot werden nicht so schnell heiß und der Tabak hat einen regelmäßigen Abbrand.

Pfeife, die ohne Unterstützung steht, heißt „Stand-up-poker“. Der Kopf ist meistens genauso massiv wie bei der Pot-Form. Es gibt auch eine Variante mit abgeflachten Wänden in der Form eines Würfels. Diese gerade Pfeife steht bei den heutigen Rauchern eher am Rande des Interesses.

Gerade Pfeife mit einem kurzen Sattelmundstück wird bezeichnet als     „Lovat“. Kopf dieser Pfeife hat in der Regel die Form "Billiard“. Im Gegensatz zu Billiard hat sie jedoch einen langen Hals mit einem kurzen Sattelmundstück. Das Sattelmundstück balanciert das Gesamtgewicht der Pfeife auf den Zähnen des Rauchers aus. Diese Form erfordert ein großes Stück Holz, deshalb wird sie weniger häufig als andere Formen hergestellt.

Eine ähnliche Form ist „Liverpool“. Diese Pfeife hat im Gegensatz zur Form Lovat ein gerades Mundstück, also kein Sattelmundstück. Diese Pfeife erfordert auch einen anspruchsvolleren Raucher, auch wenn wir mit einem relativ langen Hals kühlen Rauch erreichen.

Ideale Form für kühlen und angenehmen Rauch ist die spezifische Form „Churchwarden“, übersetzt als Priester oder würdiger Herr. Diese Pfeife wird hergestellt mit dem Kopf in Ausführung Billiard oder Dublin und hat ein langes Mundstück. Diese Pfeife wurde und wird vor allem beim Lesen geraucht, deshalb wird sie auch unter der Bezeichnung Lesepfeife hergestellt. Mit dieser Form der Pfeife können jedoch keine hastigen Bewegungen gemacht werden, deshalb sollte der Raucher im Sessel sitzen, sich auf das Rauchen konzentrieren und vielleicht auch in Ruhe lesen.

Zu den massigen Formen zählt „Apple“ oder Apfel. Diese Pfeife passt gut in die Hand, hat ausreichende Wandstärke, deshalb können aus dieser Reihe stärkere aromatische oder Latakia-Mixtures geraucht werden. Die klassische Form Apple zählt zu den geraden Formen, weil auf einem geraden und kurzen Hals das Mundstück in gleicher Länge angepasst ist. Auch hier finden wir jedoch unzählige Variationen einschließlich Panel Apple, bei der die Pfeife ihre Ränder in 6-kantiger Form abgeschrägt hat.

Eine leicht geschwungene und verlängerte, der Apple ähnliche Form hat prince, manchmal auch „Tomate“ genannt. Oft hat diese Form ein stärkeres und geschwungenes Mundstück. Diese leichtere Form mit fein geschwungenem Hals und Mundstück helfen dabei, das Gewicht der Pfeife im Mund des Rauchers zu reduzieren.

Zum Modell "Cad" gibt es viele Varianten. Typisch für diese Form sind der kantige Hals und Mundstück. Diese Pfeifen sind dank dem Holz des Kopfes mit ausreichender Stärke sehr stabil. Früher waren diese geraden Pfeifen relativ beliebt, heute sind sie eher vernachlässigt. Häufig waren dies Pfeifen, die draußen unterwegs, in der Natur usw. geraucht wurden.



Zu den robusteren und kürzeren pfeifen zählt mit Sicherheit die Form „Bulldog“. Wie schon die Bezeichnung sagt, handelt es sich um eine untersetzte und stärker abgerundete Form des Kopfes, die zum kantigen Hals mit angepasstem kantigem Mundstück verläuft. Während die vorausgehende Form Cad heute von den Rauchern nicht so bevorzugt wird, hat die Bulldog  Form ihre stetigen und treuen Anhänger und erfreut sich großer Beliebtheit.

Eine der neueren Formen trägt die Bezeichnung "army". Der Pfeifenkopf hat im Prinzip die Form einer Billiard-Pfeife, jedoch mit einem besonderen Mundstück, das nicht geschraubt, sondern nur eingedrückt wird. Diese Pfeife erfordert daher keinen Zapfen im Mundstück. Bei vielen Ausführungen wird der Hals mit einem starken Metallring abgeschlossen, bei besseren Pfeifen in der Regel aus Silber gefertigt.

Geschwungene Ausführung dieser Form wird als „bent army“ bezeichnet. Diese Ausführung zählt zu den sehr beliebten Formen, insbesondere dank der traditionellen Firma Peterson aus Irland. Das Mundstück ist geschwungen, in leichter Sattelausführung. Firma Peterson bietet diese Ausführung mit einem speziellen Dentalmundstück, sogenanntem Fishtail. Diese Form des Mundstücks kann besser in Zähnen gehalten werden und die Pfeife neigt nicht dazu, nach vorne zu überwiegen.

Geschwungene Pfeife in reiner Gestalt hat die Form „bent“. Diese Pfeife hat harmonische Proportionen, und zwar nicht nur wegen ihrer Optik, sondern wegen ausgezeichneten Nutzungseigenschaften. Die Pfeife hat dank dem geschwungenen Hals und Mundstück einen niedrigen Schwerpunkt, das Kondensat vom Tabak bleibt unten und gerät nicht im Mund wie bei geraden Pfeifen. Deshalb ist diese Form für Anfänger ideal. Kenner empfehlen sogenannte "halfbent", also eine leicht geschwungene Form. „Bent“-Pfeifen und ihre Varianten sind ideale Pfeifen nicht nur zum Rauchen, sondern werden überall dort geschätzt, wo beim Rauchen auch weitere Arbeit verrichtet wird.

Eine elegante Variante ist die Ausführung „bent albert“. Diese Pfeife passt ausgezeichnet in die Hand und hat größeren Holzanteil auf dem Kopf mit einer leicht konischen Form. Ergänzt wird sie mit einem Sattelmundstück, das das Gewicht der Pfeife im Mund des Rauchers ausbalanciert. Diese Form war der Vorgänger vieler moderner freier Formen, sogenannter „freehands“.

Die letzte Form ist „bent Rhodesian“. Der Kopf ist in Bulldog-Form, doch der Hals und Mundstück sind geschwungen. Es handelt sich um eine robuste Pfeife mit Sattelmundstück. Diese Form der Pfeife wird oft insbesondere von den Rauchern starker englischer Tabaksorten geschätzt. Aus dieser Pfeife werden auch aromatischere Tabaksorten gerne geraucht.

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Jeder Pfeifenraucher ist ein starker Individualist. Bedenken Sie daher bei der Auswahl einer neuen Pfeifenform, ob diese Pfeife gut in ihrer Hand liegt, ob sie ausbalanciert ist und nicht an den „Zähnen zieht“, welchen Tabak Sie aus der Pfeife rauchen und nicht zuletzt, wie die Pfeife zu Ihrer gesamten Persönlichkeit und Charakter passt.

 

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